Naturfreunde und ver.di Rosenheim besuchen KZ-Außenlager Mühldorfer Hart und die Ausstellung „Der Landkreis Mühldorf im Nationalsozialismus“

Die Rosenheimer Naturfreunde und die Ver.di Ortsgruppe Rosenheim organisierten eine Fahrt zur „Gedenkstätte KZ Außenlager Mühldorfer Hart“ und zum Besuch der neuen Dauerausstellung „Der Landkreis Mühldorf im Nationalsozialismus“. 40 Interessierte aus Rosenheim und dem Landkreis konnte der Organisator Albin Stieber begrüßen.

Bilder vom Ausflug anschauen.

Franz Langstein, Vorsitzender des Vereins „Für das Erinnern“ führte die 40 Rosenheimer durch das Bunkergelände. Hier entstand ab Mitte 1944 eines der großen Rüstungsprojekte der NS-Zeit. In einer unterirdischen Bunkeranlage sollten Teile für das Düsenflugzeug Me 262 gefertigt werden. Mehr als 10.000 Zwangsarbeiter, Kriegsgefangen und KZ-Häftlinge schufteten unter menschenunwürdigen Bedingungen auf der Baustelle – 4000 davon starben. Die Zwangsarbeiter waren in vier Lagern untergebracht. Das KZ-Außenkommando Mühldorf gehörte neben München-Allach und Kaufering zu den drei größten Außenlagern des KZ Dachau. 1947 wurde die Bunkeranlage vom amerikanischen Militär gesprengt. Ein Bunker blieb erhalten. In den 50 iger und 60 iger Jahren wurden die Geschehnisse verdrängt. Im offiziellen Mühldorfer Heimatbuch von 1962 wurde von einem unterirdischen Bahnhof geschrieben. Kein Wort über das größte KZ-Außenlager von Dachau.

Am Nachmittag besuchten die Teilnehmer die neue Dauerausstellung im Mühldorfer Haberkasten „Alltag, Rüstung, Vernichtung – Landkreis Mühldorf im Nationalsozialismus“. Alle waren sich einig, eine absolut gelungene, lohnende Ausstellung. Ein überzeugendes Projekt in der Aufarbeitung der regionalen NS-Geschichte.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass in Rosenheim eine entsprechende Dauerausstellung sinnvoll wäre. Da im Umgang mit der Geschichte die Worte Richard von Weizäcker`s vom 08.Mai 1985 immer eine Mahnung sein sollen. „Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren.“

 

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